Leben und Sterben!

Leben und Sterben
Schon oft bin ich in den letzten Jahren an dieser sehr alten Eiche vorbei spaziert, habe sie bewundert für ihr Alter und ihren Umfang. Uns über ihre Aufgabe unterhalten. Vor ein paar Tagen kam ich erneut an ihr vorbei und ging schon weiter, da sprach sie mich so ziemlich energisch an: Schreib den Menschen da draussen etwas über uns alten Bäume – dass auch wir nicht ewig leben wollen! Ups, dachte ich, dass ist ein schwieriges Thema, es kann so und so verstanden werden. Kein drum rum kommen, ich kann keinen anderen netten Blog schreiben, bis ich dieses Thema nicht mit euch geteilt habe. So wehre ich mich heute nicht mehr länger und lass die alte Eiche sprechen.

„Ihr Menschen habt da so eine Angewohnheit am Alten festzuhalten, euch nicht mit dem Tod auseinander zu setzen und wenn nur ganz flüchtig und erst wenn es nicht mehr anders geht. Manchmal kommt es mir so vor, als wolltet ihr ewig leben. Ja tun wir ja auch, aber nicht in der physischen Form, ihr im Körper und wir als sichtbarer Baum. Und so gibt es viele von uns sehr alten Bäumen, so wie ich, die nun bereit wären zu gehen. Dass unser Holz geerntet werden könnte, aber gerade weil wir so alt sind, entscheidet der Mensch uns noch länger stehen zu lassen. Was ist es, warum ihr uns alten Bäume so gerne mögt? Natürlich wir sind gross und stämmig, ein Symbol dafür, dass der Mensch sich anlehnen kann, sich geborgen fühlen kann uns seine Freude und seinen Kummer erzählen kann, dass wir Weise sind. Aber ist es nicht auch an der Zeit, dass du Mensch in dir selber Halt finden solltest, du dich in dir die Geborgenheit finden könntest? Ja, es ist Zeit – steh auf und finde deinen Frieden mit deinem Sein, mit deinem eigenen Weg. Und dann, ja dann bekommst du auch einen anderen Blick für uns alten Freunde. Natürlich sind wir sehr gerne für euch da, aber es gibt auch eine Zeit wo wir wieder in unseren Himmel zurückkehren wollen. Wo es eine ideale Zeit gäbe nach Hause zu gehen. Denn wenn wir gehen, dann können die von euch welche auch mit dem Herzen sehen, erkennen, dass wir immer Geschenke für die Erde und euch Menschen zurück lassen. Die Achtsamkeit ist der Schlüssel dazu, wie gefällt werden. Seht, wenn wir immer am selben Ort stehen, dann ist es auch oft so, dass wir Schätze hüten, wir hüten sie so lange bis du bereit bist sie zu sehen und zu empfangen. Doch wenn du nur an der äusseren Form hängen bleibst und mich im Aussen als schöner alter Baum siehst und oh der war schon so lange da und oh der trägt so viel Erinnerung und oh dann fehlt uns etwas…. Dann erkennst du nicht meinen wahren Schatz, der in der Erde oder der in meiner Krone oder in meinem Holz liegt. Wesentlich ist es, dass ihr noch mehr Bewusstsein sammelt, es noch mehr schult, damit ihr mit uns sprechen könnt, damit ihr unsere Energien lesen und die Energien an den Plätzen wo wir stehen erkennen könnt. Natürlich haben wir viel zu erzählen, aber zuhören müsst ihr, musst du Mensch. Öffne dein Herz weit und fange an uns auf dieser stillen Ebene zu verstehen, uns zuzuhören, zu erkennen wann der richtige Zeitpunkt für uns gekommen ist zu gehen. Und dann bekommst auch du Frieden mit deinem Weg, dass er jedes Mal wenn du hier auf der Erde bist, endlich ist. Du darfst von uns und der gesamten Natur lernen zu sein, dich in dein Sein zu versenken um so dich zu erkennen. Lebe in Frieden und sterbe in Frieden. Ich grüsse dich du wunderbares Wesen Mensch. Hand in Hand gingen wir schon immer auf dieser Erde und es wird sich vorläufig nicht ändern J Dein Freund der Baum, die alte Eiche, die ich still am Wegrand stehe. Ich verneige mich vor denen die mich hören.“

Dankbar, die Bäume in ihrem ganzen Sein zu sehen und sie zu verstehen. Ich verneige mich tief vor unserer Schöpfung.

Benira, 20. November 2014